Die globale Krise 2020 hat es in besonderer Art und Weise gezeigt. Müttern bleibt nichts erspart. Und Mütter entwickeln gerade in Krisenzeiten erstaunliche Kräfte, wenn es um ihre Familien geht. Darauf ist Verlass.

Doch was ist, wenn die Kraft nicht mehr reicht für beides – für Beruf und Familie? Was ist, wenn auf die große Krise die persönliche Krise folgt? Weil nichts mehr so ist wie vorher?

Jetzt ist es an der Zeit, ganz genau hinzuschauen. Um sich aus alten Denkmustern zu befreien und das zu ändern, was möglich ist: die innere Einstellung und das eigene Verhalten.

Lass uns anfangen und mutig in den Spiegel schauen – entdeckst du dich irgendwo wieder?

Grund 1: Du vergleichst dich mit anderen Frauen

Tu dir das nicht an.

Vergleiche dich nicht mit anderen Müttern, die angeblich so viel mehr schaffen und deren Kindern scheinbar alles gelingt.

Vergleiche dich nicht mit berufstätigen Frauen, die scheinbar alles mit links bewältigen. Oder mit Müttern, die immer Zeit für ihre Kinder haben und sie in einer Art fördern, die für dich unerreichbar ist.

Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, ist für jede Mutter eine Herausforderung, doch jeweils in einer anderen Art und Weise. Weil die Ausgangssituation bei jeder Frau anders ist:

  • das partnerschaftliche und soziale Umfeld
  • die Herkunftsfamilie mit ihrem Einfluss und ihrer Unterstützung
  • der Wohnort und die räumlichen Verhältnisse
  • die gesundheitlichen Bedingungen
  • der finanzielle Hintergrund
  • die beruflichen Fähigkeiten
  • die persönlichen Besonderheiten

Mütter sind nicht gleich, ihre Gemeinsamkeit besteht in ihrer Rolle als Mutter – ob es weitere Gemeinsamkeiten gibt, macht sich erst bei genauem Hinsehen und Kennenlernen bemerkbar. Doch eins zu eins lässt sich keine Situation übertragen.

Ein Vergleich mit anderen hilft dir nicht weiter, sondern sät meistens Zweifel am eigenen Vorgehen und senkt dein Selbstvertrauen. Weil wir in unserem Gegenüber immer das verwirklicht sehen, was wir an uns selbst vermissen oder in uns selbst nicht erkennen.

Der einzig sinnvolle und förderliche Vergleich ist der mit deinem Spiegelbild am Abend, wenn du dich fragst: Was habe ich heute besser gemacht als gestern?

Und sollte dir nichts einfallen, was heute besser war, dann ist das auch ok. Du bist schließlich keine Hochleistungsmaschine, sondern ein feinfühliger, fürsorglicher Mensch. Morgen kommt ein neuer Tag 🙂

Grund 2: Du hältst Multitasking für einen Erfolgsfaktor

Wie blind war ich nur, dass ich es lange nicht erkannt hatte. Multitasking ist weder ein Talent noch ein Erfolgsfaktor, sondern eine Täuschung, die zur Falle werden kann:

Du glaubst, alles schaffen zu können, weil du die einzelnen Teile beherrscht und sie dadurch immer schneller und scheinbar nebenbei erledigen kannst. Doch glaub mir, es ist nur eine Frage der Zeit, bis du dich verzettelst und deine Geschwindigkeit dir zum Verhängnis wird.

Erfolg beruht auf Fokus, Geduld und klug überlegten Vorgehensweisen. Wer viele Aufgaben permanent verdichtet, verliert irgendwann den achtsamen Blick für das wirklich Wesentliche.

Konzentriere dich immer auf das Wichtigste. Kümmere dich darum zuerst, erledige es so gut, wie du kannst.  Bring es zu Ende. Und dann folgt das Nächste.

Multitasking ist der falsche Weg, denn es führt zur Erschöpfung, nicht nur Erfüllung.

Grund 3: Du willst keinen Fehler machen

Wer macht schon gerne Fehler? Fehler sind peinlich, machen angreifbar, verletzbar.

Aber Fehler lassen sich nicht vermeiden, ohne sie können wir nicht lernen und kommen nicht voran.

Fehler sind menschlich. Und kleine Unvollkommenheiten machen dich sympathisch. Ob zu Hause, in deiner Familie oder im Berufsleben mit Kollegen und Kunden. Niemand ist perfekt.

Du bist gut, so wie du bist.

Verzeih dir deine Fehler, die du gemacht hast. Und sei bereit für neue Fehler, die dich voranbringen und dir immer wieder zeigen, dass du ein Mensch bist.

Grund 4: Du sagst nicht gerne NEIN

Hilfsbereitschaft ist eine tiefe menschliche Geste, die unser gesamtes Zusammenleben verbessert und regelt. Geben ist sogar wichtiger als Nehmen.

Doch der Grundsatz des selbstbestimmten Handelns darf hierbei nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Du tust dir keinen Gefallen damit, ständig Ja zu sagen, obwohl du es im Grunde deines Herzens gar nicht willst.

Wenn dich jemand um einen Gefallen bittet, ist es eine Bitte, die du auch freundlich ablehnen darfst. Es ist deine Entscheidung, wie du auf diese Frage reagierst.  Beachte dabei: Dein Gespür führt dich zur richtigen Entscheidung – zum Ja oder zum Nein.

Ein beherztes NEIN ist ehrlicher als ein halbherziges JA.

Auch wenn – oder gerade dann, wenn der Fragende dir das Gefühl gibt, dass du nicht ablehnen darfst oder kannst, weil es ihm dann anscheinend nicht gut geht. Du bist nicht dafür verantwortlich, wenn jemand dein gut überlegtes, freundliches NEIN als persönlichen Affront wertet.

Jeder ist für seine Reaktion und die damit verbundenen Emotionen selbst verantwortlich.

Das einzige, wofür du die Verantwortung trägst, ist die Konsequenz für dich, die sich aus deiner Reaktion auf die Bitte des anderen ergibt.

Also überlege gut und entscheide mit dem Herzen.

Grund 5: Du willst jemandem etwas beweisen

Unter uns: Setzt du dich manchmal selbst unter Druck?

  • Weil du dir nicht nachsagen lassen willst, du hättest zu wenig Zeit für deine Kinder, für deine Familie
  • Weil du nicht den Eindruck erwecken willst, deine Kinder würden unter deiner Mehrfachbelastung leiden
  • Weil du deinen Kindern genauso viel bieten willst, wie du es bei anderen Kindern auch siehst
  • Weil du nicht als schwach angesehen werden willst
  • Weil du glaubst, es sei nichts Besonderes, was du täglich schaffst

Du musst niemandem etwas beweisen. Es ist, wie es ist.

Schau dir nochmal die ersten drei Punkte an (Vergleichen, Multitasking und Fehler machen).

Das erste, was Frauen im allgemeinen und Mütter im Besonderen vorrangig anstreben sollten, ist Gelassenheit.

Lass es zu, lass es sein, lass es gut sein …

Grund 6: Du steckst im falschen Job fest

Das ist hart. Und die Erkenntnis tut weh. Sehr weh sogar.

Vor allem als Mutter, wenn du deinen Beitrag leisten und gerne unabhängig sein willst. Wenn du merkst, dass du viel mehr könntest, doch dein Mangel an zeitlicher Flexibilität dir im Wege steht. Wenn du gerne weitere Facetten von dir zeigen würdest, doch dir die Möglichkeit in deinem jetzigen Job nicht gegeben wird.

Hab Vertrauen:
Nur weil es gerade so ist, muss es nicht immer so bleiben.

Etwas Neues zu beginnen, ist nicht leicht. Vor allem, wenn längere Zeit alles gut funktioniert hat, wenn alles seinen gewohnten Rhythmus hat und wenn es kaum erklärbare Gründe gibt, dieses sichere Umfeld zu verlassen. Doch glaub mir: es ist tausendmal schwerer, es nicht zu tun.

Wer feststeckt, muss sich befreien, sonst hört der Schmerz nicht auf. Im Gegenteil, er nimmt zu, permanent.

Grund 7: Deine Erwartungen sind unrealistisch

Ich will dich nicht enttäuschen. Vor allem will ich dir deine Träume nicht nehmen.

Doch erwarte nicht, dass alles genauso läuft, wie du es planst. Das Leben ist grundsätzlich nicht berechenbar.

Gehe auch nicht davon aus, dass Faktenwissen ein höheres Gewicht hat als Herzensweisheit.

Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir gefühlvolle Menschen sind und keine Roboter, die auf Knopfdruck funktionieren.

Frauen wollen so gerne beides sein: erfüllt und erfolgreich als Mutter und als Berufstätige. Ich glaube fest daran, dass beides möglich ist, auch wenn es kein Patentrezept dafür gibt. Dieses Rezept kann es nicht geben, weil jedes Leben einzigartig ist. Und wir brauchen auch kein Rezept, das uns vorgibt, was wir wie zu tun haben.

Wir wollen selbst entscheiden, unseren eigenen Weg gehen, frei und beschwingt.

Um frei sein zu können, müssen wir die Prinzipien verstehen, die uns leiten

Dazu müssen wir vor allem wissen und verstehen, welche Prinzipien dahinter verborgen sind. Prinzipien, die uns leiten und helfen, unsere Träume zu verwirklichen und Ziele zu erreichen.

Denn niemand weiß, was das Leben mit dir und deinen Liebsten vorhat. Plötzlich kann alles anders sein … Da nützen gut gemeinte Ratschläge wenig.

Wer hätte jemals gedacht, dass es einmal eine weltweite gesundheitliche Krise gibt, die das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben auf dem gesamten Globus zum Stillstand bringt? Und verantwortlich dafür ist ein kleines Virus.

Erwarte daher nichts, sondern sei dankbar für jeden Tag. Schätze alles, was du bist, kannst und hast. Freue dich über alles, was für dich heute möglich ist. Bleib aktiv, achtsam und zuversichtlich.

Träume groß und achte immer darauf, dass es deine eigenen Träume sind, für die du dich engagierst. Was in dir steckt, kannst du realisieren. Mit Selbstvertrauen, Mut und Ausdauer.

Grund 8: Du glaubst, alles allein machen zu müssen

Von morgens bis abends hält deine Familie dich auf Trab. Als Mutter bist du immer gefordert. Körperlich und mental. Kein Wunder, dass es dir manchmal zu viel wird und du denkst: Ständig ist etwas zu tun, alles bleibt an mir hängen. Im Beruf sieht es nicht viel anders aus.

Die Zeit vergeht immer schneller, die Arbeit nimmt permanent zu, und deine Kraft nimmt ab.

Es ist gut, viel zu können und unabhängig zu sein von anderen. Das spart oft Zeit, Geld und Nerven. Doch zu viel Unabhängigkeit macht nicht glücklich, sondern einsam und unzufrieden.

Menschen helfen sich gern gegenseitig, doch wer nach außen den Eindruck erweckt, alles allein machen zu können, wird keine Hilfe bekommen. Nicht aus Böswilligkeit, sondern aus einem falschen Verständnis heraus.

  • Warum sollte jemand dir Hilfe anbieten, wenn er spürt, dass du sie gar nicht willst? Niemand will abgelehnt werden.
  • Warum sollte dir jemand Hilfe anbieten, wenn er denkt, dass du sein Angebot gar nicht benötigst? Niemand will sich aufdrängen.
  • Warum sollte dir jemand Hilfe anbieten, wenn er den Eindruck hat, du weißt und kannst es besser? Niemand will unbedeutend sein.

Erlaube dir selbst, Hilfe anzunehmen. Bitte um Unterstützung, Entlastung und Hilfe, bevor deine Kraft dich verlässt. Es ist ein Zeichen von Stärke, um Hilfe zu bitten und sie annehmen zu können.

Grund 9: Du hast gern alles unter Kontrolle

Als berufstätige Mutter bleibt dir keine Wahl: du organisierst gut und arbeitest schnell, um alles zu schaffen. Auf unvorhergesehene Situationen reagierst du flexibel und einfallsreich. So gelingt es dir, den wechselnden Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden und die vielen Termine einzuhalten.

Schnell kommt es hier zu einem Übertragungsfehler beim Denken: Du glaubst, dass andere auch alles können bzw. können sollten, was du kannst. Dass andere auch so schnell sein müssten. Was du von dir erwartest, erwartest du auch von anderen – in der Familie, im Berufsleben, im Freundeskreis. Das funktioniert so jedoch nicht. Was du von dir abverlangst und unter Kontrolle hast, ist die eine Sache. Was andere für sich als richtig empfinden, ist eine komplett andere Sache.

Halte dir immer vor Augen, dass jeder seine eigene Art und sein eigenes Tempo hat. Du kannst nicht von anderen erwarten, dass sie so agieren, wie du es gerne hättest. Weder in der Familie noch im beruflichen Umfeld.

Grund 10: Du hast Zweifel

Wenn du dich permanent anstrengst und kämpfst, um alles optimal zu regeln, bleibt es nicht aus, dass du irgendwann anfängst, am Sinn des Ganzen zu zweifeln. Weil der harte Weg nicht deiner Natur entspricht, weil das Ergebnis dich nicht erfüllt, und weil das Gefühl immer stärker wird, nicht geschaffen zu sein für diese Belastung.

Die Folge: Du bist erschöpft und zweifelst allmählich an dir und deinen Fähigkeiten. Zweifelgedanken nisten sich in deinem Kopf ein:

↝ Vielleicht bin ich einfach nicht gut genug?

↝ Wahrscheinlich ist es einfach Utopie, mir einzubilden, als Mutter könne man parallel auch beruflich erfüllt arbeiten …

↝ Warum strenge ich mich so an

Wenn du nicht daran glaubst, dass es möglich ist, wie soll sich dann etwas ändern?

Schau mal, ob dir diese Inspirationen zum Thema Veränderung weiterhelfen.  Hab Vertrauen, es ist viel mehr möglich als du denkst.

Trau dich, vertrau dir.