Was für dein Privatleben gilt, ist ebenso wichtig für deinen beruflichen Alltag: Ohne vertrauensvolle Beziehungen fehlt dir das wichtigste Fundament für ein solides soziales Netzwerk, das dir Halt in deinem Leben gibt.

Wir Menschen sind soziale Wesen und aufeinander angewiesen, niemand kann und will allein leben und arbeiten. Was hätte das auch für einen Sinn?

Ohne ein vertrauensvolles Miteinander gibt es auf Dauer kein Lachen, keine Freude und keinen Erfolg. Nur im ehrlichen Umgang miteinander nähern wir uns unserem Glück. Für mich sind die folgenden Punkte essentiell, um vertrauensvolle Beziehungen im privaten und geschäftlichen Bereich aufzubauen:

Anzeichen 1: Du bist zuverlässig

Kennst du das? Du hast einen Termin vereinbart, freust dich total, bereitest dich gut vor und bist schon zwei Stunden vorher ganz nervös, weil dir das bevorstehende Gespräch so viel bedeutet.

Spätestens fünf Minuten vor dem Termin ist es soweit: ab jetzt darf dich niemand mehr stören, du bist hoch konzentriert, schaust ständig auf die Uhr und wartest. Fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin kommen leichte Zweifel hoch, du überprüfst das Datum, die Uhrzeit, den Ort – zum Glück, alles richtig! Fünfzehn Minuten später:

Das Telefon klingelt nicht, der ersehnte Anruf bleibt aus.

Die Tür öffnet sich nicht, das erwartete Gesicht taucht nicht auf.

Der Briefkasten bleibt leer, die erhoffte Nachricht trifft nicht ein.

Die Nervosität ist schon lange verschwunden, die Freude hat sich in Ärger verwandelt. Ärger über die verschwendete Zeit und die Missachtung der eigenen Person. Was übrig bleibt, ist Enttäuschung.

Zuverlässigkeit ist ein Zeichen der Wertschätzung – wer achtlos mit der Zeit und den Gefühlen anderer Menschen umgeht, verspielt sein Vertrauen.

Anzeichen 2: Du hörst mit dem Herzen zu

Manchmal ist es zum Davonrennen. Du erzählst voller Leidenschaft von deiner neuen Idee, malst in allen Einzelheiten aus, was du für Pläne hast und kannst dich vor Begeisterung gar nicht zurückhalten. Es sprudelt nur so aus dir heraus. Noch ganz angespannt von deinem Redeschwall wartest du sehnsüchtig auf die Reaktion deines Gegenübers …

… und was hörst du?

„Ja, hört sich gut an.“

… und was siehst du?

Leere Augen, keine Begeisterung, kein Lächeln, innere Abwesenheit.

Vorbei. Deine Begeisterung ist abgeflaut. Dein Lächeln ist verschwunden. Das Gespräch ist beendet. Themawechsel.

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Einfühlsames Zuhören öffnet die Herzen

Mit dem Herzen dabei zu sein und zuzuhören, wenn dir jemand hingebungsvoll von seiner Idee oder einem Erlebnis erzählt, ist das Mindeste, was du in diesem Moment deinem Gesprächspartner schuldig bist.

Deine Meinung ist zu diesem Zeitpunkt sekundär, jetzt geht es nur um dein aufrichtiges Interesse an dem Menschen, der sich dir gerade öffnet. Und das zeigst du dadurch, indem du ihm zuhörst, ihn ansiehst und verstehst.

Der andere spürt genau, wenn du nur oberflächlich zuhörst …. und wird sich beim nächsten Mal gut überlegen, was er dir erzählt.

Anzeichen 3: Du bist dankbar

Natürlich haben wir es alle gelernt, stets Danke und Bitte zu sagen. Aber denkst du auch im Alltag daran, bei all den kleinen Gelegenheiten, die dein Leben erleichtern?

Wie oft wird uns etwas geschenkt, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Wenn uns etwas Materielles überreicht wird, sagen wir ganz automatisch Danke. Darauf sind wir regelrecht getrimmt. Aber was ist mit all den anderen kleinen Dingen, die bei genauer Betrachtung so wertvoll sind, dass sie unser Leben erst lebenswert machen?

Ich rede jetzt nicht nur von den kleinen Blumen am Wegesrand, den warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, einer sanften Meeresbrise oder dem Vogelgezwitscher im Frühling. Nein, es sind auch die vielen kleinen Gesten wie ein freundlicher Gruß, ein Lächeln, eine Berührung, ein hilfreicher Tipp, eine gut gemeinte Empfehlung …

Nichts ist selbstverständlich. Erst wenn uns etwas fehlt, wird uns die Notwendigkeit dieses Mangels schmerzhaft bewusst.

Dankbarkeit ist keine Höflichkeitsfloskel, sondern ein Gefühl, das aus tiefstem Herzen kommt und gar nicht oft genug zum Ausdruck gebracht werden kann. Doch Vorsicht: alles, was übertrieben wird, kann schnell unecht wirken. Ehrlichkeit muss immer Vorrang haben. Aufrichtige Dankbarkeit trägt mit Sicherheit dazu bei, vertrauensvolle Bindungen aufzubauen.

Anzeichen 4: Du bist hilfsbereit

Bei kleinen Kindern, alten und kranken Menschen wird Hilfsbereitschaft nie in Frage gestellt. Doch Hilfe wird auch gerne in Anspruch genommen, wenn wir erwachsen und gesund sind. Es ist einfach schön, das Leben nicht ständig in seiner vollen Härte als Einzelkämpfer(in) meistern zu müssen. Genauso wie du dich darüber freust, wenn dir jemand Hilfe anbietet, so tun es auch andere, denen du Hilfe anbietest.

Jeder will gerne die Sonnenseiten des Lebens genießen können – wenn es dir also möglich ist, gelegentlich dazu beizutragen, dem anderen das Leben etwas zu erleichtern, dann tu es einfach!

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Hilfsbereitschaft macht das Leben schöner

Aber achte gleichzeitig darauf, dass auch du es zulässt, Erleichterung in dein Leben zu lassen und andere um Hilfe zu bitten, wenn du das Bedürfnis nach Unterstützung hast.

Wer anderen hilft, dem wird selbst auch geholfen.

Hilfsbereitschaft ist eine Form des Gebens und Nehmens: auf der einen Seite ein Angebot, das wir anderen zur Verfügung stellen – auf der anderen Seite ein Angebot, das wir auch selbst annehmen dürfen. Auf die richtige Balance kommt es an.

Anzeichen 5: Du bist ehrlich und bleibst dir treu

Lüge niemals – glaub mir, eine Lüge bleibt so an dir haften wie klebriges, schwarzes Pech. Warum solltest du auch lügen, das hast du doch gar nicht nötig.

Sei ehrlich, bleib deinen Werten treu und steh zu deiner Meinung. Erstens ist das am einfachsten, und zweitens wirkt es richtig befreiend. Du hältst somit nämlich alle die Menschen von dir fern, die ganz anders denken als du – zumindest auf Dauer. Vorübergehend kann es sein, dass du Kritik erntest, aber das vergeht.  Langfristig wirst du die Menschen anziehen, mit denen du dich gerne umgibst, die dich mögen und die du magst.

Ehrlich zu sein ist nicht nur einfach, sondern richtig befreiend.

Letztendlich streben wir doch alle danach, uns wohlzufühlen. Und was gibt uns ein besseres Gefühl als sicher zu sein, mit wem wir es zu tun haben?

Ehrlichkeit zeigt sich in Beständigkeit, Offenheit und Zuverlässigkeit. Nur wer ehrlich ist, wird Vertrauen ernten.

Anzeichen 6: Du zeigst Respekt

Es ist ein Irrglaube zu denken, Respekt erntet man automatisch für ein gewisses Alter, eine bestimmte hohe Position oder für ein gefülltes Bankkonto.

Respekt bedeutet Achtung und Wertschätzung. Wertschätzung  gegenüber einem Menschen,

… der ein hohes Amt gewissenhaft und verantwortungsbewusst ausübt

… der durch seine Leistung und sein Engagement auch finanziell erfolgreich geworden ist

… der seine Arbeit und Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zuverlässig erledigt

… der mit Würde alt geworden ist und das Leben verstanden hat

Respekt steht also in engem Zusammenhang mit dem Menschen selbst und sollte nicht verwechselt werden mit Angst. Wenn Respekt in Angst umschlägt, hat jemand seine Autorität und seinen Einfluss für eigene Machtinteressen missbraucht. Dann wird aus ehemaligem Respekt irgendwann Verachtung.

Aber hier geht es um wohlwollenden Respekt, denn wir wollen ja Vertrauen aufbauen mit dem Ziel, Freunde und Kunden zu gewinnen.

Ein respektvoller Umgang miteinander bedeutet, seinen Einfluss nicht zu missbrauchen und keinen unnötigen, übermäßigen Druck auszuüben. Ein gewisses Maß an Feingefühl und Zurückhaltung ist notwendig, um vorhandenes Vertrauen nicht zu gefährden.

Anzeichen 7: Du bist offen

Wenn du willst, dass deine Liebsten, deine Freunde, Kollegen oder Kunden dir vertrauen, dann vertraue auch ihnen. Das Leben ist ein Geben und Nehmen, in jeder Hinsicht. Beweise dein Vertrauen, indem du dich für den anderen öffnest.

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Offenheit erzeugt Vertrauen

Wer nichts von sich preisgibt, erweckt den Eindruck, etwas geheim halten zu wollen. Und wer zu skeptisch dem anderen gegenüber ist, wirkt nicht gerade sehr sympathisch auf den ersten Eindruck.

Gib ruhig auch mal eine Schwäche zu, das macht dich menschlich. Natürlich ist das gerade am Anfang nicht einfach, denn wer würde nicht gerne ständig von seiner Schokoladenseite gesehen werden 😉

Lass andere an deinem Leben teilhaben. Du musst nicht jede Kleinigkeit verschweigen  – oder hast du Angst vor Kritik? Die bekommst du sowieso, egal was du machst, erzählst oder unterlässt.

Offenheit ist Voraussetzung, um eine Vertrauensbasis aufbauen zu können.

Fazit:

  • Um das Herz eines anderen Menschen zu erreichen, musst du dein eigenes öffnen.
  • Ehrlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft bilden die Basis für vertrauensvolle Verbindungen im Alltag und Beruf.
  • Wer dankbar ist, wird die wahren Werte des Lebens bewusster wahrnehmen.

 

Habe ich etwas vergessen? Was ist für dich am wichtigsten, um Vertrauen aufzubauen und zu halten? Schreib deine Gedanken dazu gern in das Kommentarfeld. Ich bin gespannt auf deine Sichtweise.

Trau dich, vertrau dir.